Über das Projekt
Worum geht es in diesem Projekt?
Bioökonomie ist ein dynamisches Innovationsfeld, das neue technologische, wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Entwicklungspfade eröffnet. Mit Hinblick auf gegenwärtige und zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen – wie Ernährungssicherung, Klima- und Umweltschutz, Ressourcenschonung oder nachhaltiges Wirtschaften – bietet sie verschiedenste Lösungspotenziale an. Ihre Gestaltung, um diese Potenziale bestmöglich zu realisieren, ist jedoch noch weitgehend offen.
Mit dem Bio:fictions-Projekt schaffen wir Raum für bioökonomische Zukunftsvorstellungen!

Aufgrund der Vielschichtigkeit der Bioökonomie stellt ihre Gestaltung eine Herausforderung dar, die nicht nur entlang einer Disziplin umgesetzt werden kann. Weder Expert:innen der Lebenswissenschaften, noch Wirtschaftsspezialist:innen allein können diese Fragen beantworten. Denn Bioökonomie geht uns alle an!
Es bedarf also eines Formats durch das möglichst viele Menschen die folgenden Fragen mitdiskutieren können: Wie könnte eine Bioökonomie zukünftig aussehen? Wie kann insbesondere eine nachhaltige Bioökonomie gelingen?

Gemeinsam können wir alternative Zukunftsszenarien generieren, um die Chancen und Risiken, sowie die Bedürfnisse und Wertekonflikte zu diskutieren, die in den möglichen Entwicklungspfaden der Bioökonomie entstehen können. Die fiktiven Zukunftsvisionen eröffnen Möglichkeitsräume und stellen die Frage nach dem „Was wäre wenn?“. Mit dieser Perspektive sollen Interesse und Begeisterung für Neuartiges geschaffen werden, das sonst nur schwer vorstellbar wäre.

Zum Prozess unseres Projekts geht es hier weiter.
Was ist Bioökonomie?
Kurz zusammengefasst bezeichnet Bioökonomie eine Form biobasierten Wirtschaftens, die auf der Erzeugung, Erschließung und Nutzung biologischer Ressourcen (Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen) basiert und sich an in der Natur vorkommenden Stoffkreisläufen orientiert.
Gegenüber einer auf fossilen Ressourcen (Erdöl, Kohle, Erdgas) basierenden Wirtschaft stellt die Bioökonomie durch die Nutzung von regenerativen Ressourcen und Energiequellen eine Entwicklungschance für eine nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweise dar.
Ohne Biodiversität keine Bioökonomie.
Diese Beschreibung ist unserem Partnerprojekt entnommen. Wenn ihr mehr zu den Aspekten der Bioökonomie erfahren wollt, so schaut auf der
Website von [bio'nd] vorbei!

Die Bioökonomie kann einen entscheidenden Beitrag zur Lösung von globalen Herausforderungen leisten. Eine vermehrte Nutzung von biologischen Ressourcen führt jedoch nicht unbedingt zu mehr Nachhaltigkeit. Vor allem kommt es auf die Art der Biomassegewinnung, der Produktion und der Nutzung von bioökomischen Gütern an. Warum Bioökonomie dennoch so wichtig für uns alle ist und wie das Ganze im Alltag aussehen kann, findet ihr hier heraus! Die Entwicklung der Bioökonomie wird kontrovers diskutiert. Ein Grund mehr für uns, das Für und Wider, die Potenziale und Herausforderungen dieser alternativen Wirtschaftsform zu reflektieren und mitzugestalten!
Ohne Biodiversität keine Bioökonomie.
Wir brauchen Erzählungen, Bilder und erfahrbare Vorstellungsräume, die unsere Zukunftsvorstellungen erlebbar und vergleichbar machen. Mit der Hilfe von künstlerisch-kreativen Ansätzen, wie Design Fiction(s), kann ein solcher Diskussionsraum eröffnet werden.

Design Fiction ist ein neuer, interdisziplinärer Ansatz der Designforschung. Design, also das Entwerfen und Formgeben, trifft hier auf Fiktion, als das Imaginieren, Vorstellen und Spekulieren. Durch ihre Kombination können alternative Zustände und zukünftige Szenarien geschaffen werden. Dabei können Design Fiction(s) in ihrer Darstellung variieren. Es können Objekte, erzählerische oder audio-visuelle Formate sein oder sie können sogar als Happening umgesetzt werden.
Die Welt entwerfen, wie sie sein könnte.
Was ist Design Fiction?
So gelingt es uns, über den Ansatz der Design Fiction, Objekte aus einer zukünftigen (Pseudo-)Welt in die Gegenwart zu holen. Da Design Fiction(s) auf einer Pluralität von Wissen aufbauen, geben sie keine einzelne, endgültige Zukunftsvision vor, sondern präsentieren eine Vielzahl an (un-)wahrscheinlichen, (un)möglichen und (nicht) erwünschten Zukunftsszenarien. Dabei geht es weniger um technische Details, sondern um Erwartungen, Befürchtungen sowie ethische, ökologische, rechtliche und soziale Implikationen. Somit schaffen Design Fiction(s) einen reichen Kontext für Vorstellungswelten, erweitern den Denkhorizont und dienen als Kommunikationsmittel für Diskussionen, die zuvor nicht stattfanden. Als Designmethode befähigt sie diverse Communities, Stakeholder-Gruppen und Akteur:innen, aktiv an der Gestaltung der Zukunft teilzunehmen und fördert eine kritische und reflektierte Auseinandersetzung mit zukünftigen Möglichkeiten, gegenwärtigem, sozialem Handeln und gesellschaftlichen Werten.
Bioökonomie ist von sozialen Prozessen abhängig.
Prozess
Zuerst werden Innovateur:innen der Bioökonomie zu zukünftigen Entwicklungen innerhalb von definierten Innovationsfeldern interviewt, um deren Expertise aufzuarbeiten und diese für die Workshops zu bündeln.
SCHRITT 1
Deren Zukunftsvorstellungen und innovative Ideen werden dann gemeinsam mit Stakeholdern und Designer:innen in Workshops diskutiert und weiterentwickelt.
SCHRITT 2
Basierend darauf werden Zukunftsszenarien und Narrative der Bioökonomie erstellt, die wiederum als Grundlage für die Kreation von Design Fiction(s) dienen.
SCHRITT 3
Zuletzt setzen Designer:innen die Design Fiction(s) in Zusammenarbeit mit Influencer:innen um, welche die Szenarien über die sozialen Medien verbreiten, um eine Diskussion anzuregen.
SCHRITT 4
Die Auswahl an Innovateur:innen, Stakeholdern und Influencer:innen umfasst dabei alle gesellschaftlichen Bereiche von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft.
Ziel
Das Ziel von Bio:fictions ist es, Zukunftsvisionen der Bioökonomie gemeinsam mit Akteur:innen der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu beschreiben.

Das Projekt soll zur gegenwärtigen Debatte sowie zur Gestaltung biobasierter Wirtschafts- und Lebensweisen von morgen beitragen. In ko-kreativen Werkstätten werden verschiedene Stakeholder aktiv an der Zukunftsgestaltung beteiligt und zur Problemlösung animiert. Durch die Mehrstufigkeit der Werkstätten wird ein Lernprozess initiiert, mit dem komplexe Sachverhalte der Bioökonomie erschlossen werden können. Mittels Design Fiction(s) werden mögliche Zukünfte der Bioökonomie veranschaulicht und greifbar. So wird die Gestaltung unterschiedlicher Zukunftsszenarien konkret erfahrbar und praktizierbar.